Saarpfalz-Anzeiger - page 1

Kreis-Anzeiger
Saarpfalz-Anzeiger
Mittwoch, 31. Juli 2019
Nummer 31 - Jahrgang 71
Kreis- und Universitätsstadt Homburg
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IN DIESER WOCHE
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TAG DER HILFSDIENSTE:
AM24. AUGUST
Der Saarpfalz-Kreis lädt für
Samstag, 24. August, erstmalig
zu einem „Tag der Hilfsorgani-
sationen im Katastrophen-
schutz“ ein. Dieser findet von 11
bis 16 Uhr rund um das Hombur-
ger Forum statt. Unter anderem
präsentieren sich dort Feuer-
wehren aus gesamten Saar-
pfalz-Kreis, das Technische
Hilfswerk, die Malteser, das
DRK sowie der Fernmeldezug
des Saarpfalz-Kreises. Fachbe-
rater des Landkreises für ABC-
Einsätze sind ebenso vor Ort wie
Notfallseelsorger.
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HOTEL STADT HOMBURG:
40-JÄHRIGES BESTEHEN
Am9. April 1978 stand vomheu-
tigen Hotel Stadt Homburg erst
der Rohbau und Handwerker,
Bauarbeiter, Honoratioren und
Gäste feierten Richtfest. 15 Mo-
nate später im Jahr 1979 eröff-
nete das Hotel in unmittelbarer
Nähe zu den Universitätsklini-
ken am Anfang der Ringstraße
seine Pforten. Nach vier Jahr-
zehnten gehören Hotel und Res-
taurant zu den gastronomi-
schen Aushängeschildern Hom-
burgs.
Seiten 8/9.
FRAUENBÜRO:
COACHING-KURS
Das Frauenbüro des Saarpfalz-
Kreises am Scheffelplatz in
Homburg bietet wieder Möglich-
keiten sich effektiv weiterzubil-
den. Auch ein Coaching-Kurs
steht wieder auf dem Pro-
gramm. Der neue Kursus startet
am 16. September. Unter ande-
rem können sich Frauen über
den regionalen Arbeitsmarkt in-
formieren, ihre EDV-Kenntnisse
auffrischen und überzeugende
Bewerbungsunterlagen am PC
erstellen. Die Maßnahme wird
gefördert durch die EU eine Fi-
nanzierung über einen AVGS-
Schein durch die Arbeitsagentur
ist eventuell möglich, darüber
hinaus gibt es Ermäßigungen
für Selbstzahlerinnen.
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ENTTÄUSCHUNG BEI FCH-FANS: 1:2 ZUM SAISONAUFTAKT
Der Start in die neue Saison der Regionalliga Südwest am Samstag ist für den FC 08 Homburg nicht so gelaufen wie gedacht. Gegen den
Aufsteiger FC Bayern Alzenau verlor der FCH, der zum Kreis der Meisterkandidaten gezählt wird, mit 1:2. In der ersten Halbzeit deutete sich
bereits an, dass der hoch motivierte Aufsteiger gut mithielt und die Homburger aber wie erwartet eher Druck machten. Nach einer brandge-
fährlichen Situation im FCH-Strafraum starteten die Gastgeber einen klassischen Konter, der mit einem Tor von Thomas Steinherr endete.
Mit 1:0 ging es in die Pause, viele Zuschauer waren sich bereits sicher, dass das Spiel gewonnen wird. Das dachten sich wohl auch die
Spieler, denen in der zweiten Halbzeit nicht viel einfiel und die auch einige gute Chancen vergaben (unser Foto). Torwart Saalfeld war noch
am aufmerksamsten und hielt einige gefährlich Schüsse. Bei den Gästen aus Alzenau klappte die Abstimmung besser, das Zuspiel war
deutlich präziser, der Drang nach vorne war spürbarer und geordneter. Das 1:1 folgte dann auch. Man hatte sich imWaldstadion schon mit
demUnentschieden arrangiert, als nach einigen vergebenen grün-weißen Chancen das 1:2 fiel. Eine starke Leistung von Alzenau, eine eher
maue erste Vorstellung des FCH, der irgendwie nicht richtig brannte, und bei dem sich auch kein Macher oder Anpeitscher hervortat. Zu
allen Unglück gab es noch Rot gegen Kevin Maek wegen eines Foulspiels. dh/Fotos: Daniel Heintz
Kurt K. Keller aus Homburg ist
Zeitzeuge eines Ereignisses, das
viele Menschen nicht miterlebt
haben und sich wohl auch kaum
vorstellen können. 1942 meldete
sich der damals 17-Jährige als
Kriegsfreiwilliger und durchlebte
schwere Kämpfe, Verluste und ei-
ne schmerzvolle Gefangenschaft
in Sibirien. Auch beim so genann-
tenD-Day im Juni 1944, als die Al-
liierten in der Normandie im
Zweiten Weltkrieg landeten,
stand er an vorderster Front.
Über seine Erlebnisse und die Er-
kenntnisse, die letztlich zum Um-
denken, zur Desertation und so-
mit auch zur Verurteilung zum To-
de führten und ihn in
Kriegsgefangenschaft brachten,
hat er ein Buch geschrieben
(„Vom Omaha Beach bis Sibirien:
Horror-Odyssee eines Deutschen
Soldaten.“).
In zahlreichen Dokumentationen
erzählt er seine Geschichte und
auch in Schulen klärt er die nach-
folgenden Generationen auf und
teilt mit, was er Unvorstellbares er-
lebt hat.
So wurde er 1944 „wegen gemein-
schaftlicher Fahnenflucht auf To-
desstrafe verurteilt“, er verlor „die
ZEITZEUGE IM RATHAUS ZU GAST:
Ehrung für 93-jährigen, der ein Buch über den Krieg schrieb
Das Unvorstellbare erlebt und dokumentiert
Wehrwürdigkeit und die bürgerli-
chen Ehrenrechte auf Lebenszeit“,
wie in einem Dokument des Bun-
desarchivs nachzulesen ist. Die
Vollstreckung des Urteils wurde
„im Gnadenwege“ ausgesetzt, of-
fiziell rehabilitiert wurde der eins-
tige Deserteur der Wehrmacht
Hitlers von der Bundesregierung
erst im Jahr 1998.
Im November 1949 mit nur noch
46 Kilogramm Körpergewicht
kehrte er zur Mutter heim. „Das
war alles, wofür ich gekämpft und
durchgehalten habe“, berichtete
er von diesem emotionalen Mo-
ment auch vergangene Woche im
Rathaus, wo ihn Bürgermeister
Michael Forster sowie Vertreterin-
nen und Vertreter des Stadtrats
empfingen.
„Ich finde es toll, dass Sie sich für
den Frieden und die Völkerver-
ständigung einsetzen“, begrüßte
Bürgermeister Michael Forster
den heute 93-jährigen Keller ge-
meinsammit dessen FrauGertrud
und Tochter Andrea Hauck. Er
hatte die Familie eingeladen, um
demZeitzeugen zu danken, dass er
„darüber berichtet, was damals
war. Das ist wichtig und darf nicht
in Vergessenheit geraten“, so Fors-
ter. Als kleine Ehrung überreichte
er Keller imBeisein von Vertretern
des Stadtrats (CDU, Grünen, AfD
und FWG) ein Buch über das
Schloss Karlsberg und eine Flasche
Bürgermeister-Wein.
„Ich bin sehr stolz, heute hier zu
sein und Anerkennung zu erfah-
ren“, sagte Keller, der auch in
Frankreich und den USA bereits
mehrere Anerkennungen entge-
gennehmen durfte und zu vielen
Festivitäten eingeladen wird. „Es
bedeutet mir sehr viel, dass ich als
Deutscher diese Ehrungen erhal-
ten durfte“, erzählt Keller gerührt.
Bei seinem Besuch im Rathaus
zeigte er auch Bilder und einen Teil
seiner Ehrenmedaillen, auf die er
besonders stolz ist. (red)
Kurt Keller aus Homburg ist Zeuge von Zeiten eines unbeschreibli-
chen Leids. Er wurde im Rathaus geehrt.
FOTO: STADT
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